Was sind Zwiebelkörper ?


Die letzten 20-30 Jahre kann man mit Fug und Recht als Periode der Virtualisierung bezeichnen. Die reale Welt wanderte nach und nach in die Computer. Gegenstände, die früher nur als physische Objekte existierten, wurden virtuell nachgebildet. Vielfach kopiert und mutiert führen sie inzwischen im Virtuellen ein Eigenleben – meist ohne physische Präsenz. Hinzugekommen sind rein digitale Welten – man denke nur an Games und Simulationen – die die Realität in einigen Bereichen ganz ersetzen.

ZwiebelkörperEs ist interessant, dass der 3D Druck nun genau den entgegengesetzten Weg eröffnet. Ideen und Objekte, die bisher nur als Gedanken d.h. virtuell vorhanden waren, erhalten eine physische Präsenz. Mit dem 3D Druck können Formen und Strukturen in einer bisher nicht dagewesenen Vielfalt hergestellt werden – zu Kosten, die mit traditionellen handwerklichen oder maschinellen Verfahren nicht annähernd möglich sind.

Einen kleinen Geschmack davon geben die Bilder der von uns berechneten und 3D gedruckten Zwiebelkörper.

Blender Phython Zwiebelkörper GeneratorZwiebelkörper sind zunächst rein mathematische Objekte – genauer spezielle, gleichkantige Polyeder. Wer mehr über solche interessanten wie schönen Gebilde erfahren will, findet dazu bei Spektrum der Wissenschaft eine spannende Einführung von Christoph Pöppe  (Link zum Artikel).

Die Konstruktion eines Zwiebelkörpers startet mit sternförmig um einen Mittelpunkt angeordneten, gleichseitigen Rauten (im Bild rechts eine 60° Teilung mit 6 Rauten) . Mit einem kleinen Programm in der Programmiersprache Python kann man diese schönen, 2-dimensionalen Muster leicht erzeugen und in Blender darstellen.

Blender Zwiebelkörper 3D ModellAus den ebenen Mustern entstehen Körper, indem die konzentrisch angeordneten Eckpunkte der Rauten  in die Dritte Dimension (blauer Pfeil im Bild) angehoben werden. Auch diese ist in Blender mit Python schnell programmiert. Der entstandene Körper kann dann in Blender sofort weiterbearbeitet werden.

Zwiebelkörper Schalen 3D Druck

Die Formen erinnern ein wenig an den Diamant-Schnitt, sind aber viel regelmäßiger. Alle Kanten sind genau gleich lang, alle Facetten sind Parallelogramme.

Unten abgeschnitten wird aus den mathematischen Gebilden eine Skulptur zum Aufstellen  oder durch halbieren eine offene Schale. Durch Variation der Anzahl der Rauten (im Bild rechts 11 Rauten mit 32,72° Teilung) erhalten die Objekte mehr oder weniger Facetten. Mit dem 3D Drucker lassen sie sich seht gut drucken.

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.